Das Diakonische Werk startet mit dem Präventionsprogramm in 16 ersten Klassen
Von Petra Ropers
Die Zahlen des Robert-Koch-Institutes sind alarmierend: Etwa 20 Prozent der Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren greifen zur Zigarette. Rund ein Drittel der Jungen und immerhin ein Viertel der Mädchen konsumiert mindestens einmal pro Woche Alkohol. Doch der mahnend erhobene Finger zeigt in der Regel wenig Wirkung. Mit Experimenten, Rollenspielen und viel Spaß wendet sich deshalb „Klasse 2000“ an Meller Grundschüler.
Das Integrative Beratungszentrum des Diakonischen Werkes holte das bundesweit größte Programm zur Gesundheitsförderung und Suchtvorbeugung im Grundschulalter nach Melle. Entwickelt von Experten aus Pädagogik und Medizin, begleitet „Klasse 2000“ die Kinder durch ihre gesamte Grundschulzeit. Und gemeinsam mit Klaro, dem fröhlichen Präventionsmaskottchen, entdecken sie im Laufe der vier Jahre: Gesundsein macht Spaß!
Insgesamt 16 Klassen an acht Grundschulen nehmen, beginnend mit dem nächsten Schuljahr, an Klasse 2000 teil. Ermöglicht wurde das groß angelegte Engagement durch das Sponsoring des gemeinnützigen Vereins „Melle vernetzt“, der sich die Sucht- und Gewaltprävention an Meller Schulen zur Aufgabe gemacht hat. Welchen Weg nimmt die Luft beim Atmen? Wie funktioniert das Herz? Und was brauche ich eigentlich, um mich wohlzufühlen? Spielerisch gehen die Schüler diesen und vielen weiteren Fragen auf den Grund.
Wer kann den Styroporball die längste Zeit über in der Luft halten? Im freundschaftlichen Wettbewerb vermittelt der Klaro-Atemtrainer mit viel Spaß ein Gefühl für den eigenen Körper. Bei gemeinsamen Übungen in der Turnhalle erleben die Grundschüler ganz praktisch: „Zusammen sind wir stark!“ In Rollenspielen lernen sie, dem Gruppendruck ein klares Nein entgegenzusetzen. Den Lehrkräften gibt das Präventionsprogramm umfassende Grundlagen für die Gestaltung des Unterrichts an die Hand.
Mehrmals im Schuljahr besuchen überdies externe Gesundheitsförderer des Diakonischen Werkes die Grundschulklassen. Im Gepäck haben sie dabei neben Maskottchen Klaro eine Fülle anregender Materialien vom Erbsensäckchen für die gegenseitige Entspannungsmassage über das Schwungtuch für Kooperationsspiele bis zum Stethoskop. Die ersten vier Gesundheitsförderer für den Raum Melle bereiteten sich jetzt mit einem Kurs im Integrativen Beratungszentrum unter der Leitung von „Klasse 2000“-Koordinatorin Iris Kluge auf ihren Besuch in den ersten Klassen vor.
„Diese Gesundheitsförderer werden „ihre“ Klassen bis zum Ende des vierten Schuljahres begleiten“, erklärte Petra Buderath, Leiterin des Integrativen Beratungszentrums.
Doch das Präventionsprogramm soll auch künftigen Schülern zugutekommen. Spenden für den Start der nächsten „Klasse 2000“ im kommenden Jahr sind deshalb ebenso willkommen wie weitere Gesundheitsförderer.
Quelle: Meller Kreisblatt vom 6.2.2009